Jahreshauptversammlung und Fachtagung 2014

Die diesjährige Jahreshauptversammlung und Fachtagung des Verbandes fand in der Ernst-Barlach-Schule der Stiftung Pfennigparade in München statt. Mehr als 60 Kollegen und Kolleginnen fanden den Weg zum Veranstaltungsort, sodass die Fachtagung sehr gut besucht war. Nach Begrüßungsworten durch die Vorstandschaft, einigen organisatorischen Hinweisen und krankheitsbe-
dingten Änderungen im Programmablauf freuten wir uns über die Anwesenheit unserer Schirmherrin, der Landtagsabgeordneten Margit Wild, die sich den Besuchern der Veranstaltung vorstellte und die wichtige Rolle unserer Berufsgruppe im Rahmen der Inklusion betonte. Sie versicherte, sich weiterhin für unsere Belange einzusetzen. Mit Spannung wurde der Vortrag von Herr Prof. Dr. phil. Dieter Lotz zum Thema „Inklusion – bildungspolitische Chancen aus Sicht der Heilpädagogik“ erwartet. Herr Prof. Lotz ging zunächst auf den Begriff „Inklusion“ ein und hinterfragte die Umsetzung einiger gesetzlicher Artikel, wie den Art. 9 der UN Behindertenrechtskonvention der besagt: „In öffentlichen Gebäuden und Einrichtungen sollen Beschilderungen in Braille Schrift und in leicht lesbarer und verständlicher Form angebracht werden“. Um eine Schule zu einem heterogenen Bildungsort zu entwickeln, nannte er folgende Ziele, die, wie er wüsste, sicherlich von vielen in Bayern kritisch gesehen werden:

• die Abschaffung des gegliederten Schulsystems – Gesamtschule!
• die Notwendigkeit einer lernzieldifferenten Didaktik
(Vergleich: Montessori)
• die Bildung von Lernzielgruppen
• die individuelle Lernzielplanung und –Kontrolle
• Abschaffung des Beamtentums und Bildung von Pädagogenteams

Anschließend folgte die Mitgliederversammlung. Frau Büttner, Frau Höß-Zenker und Frau Kringer informierten die Mitglieder über Ihre Arbeit im vergangen Jahr: über Gespräche im Kultusministerium, im Landtag und mit weiteren Vertretern der Regierung.

Herr Pfeifer legte in seinem Amt als Kassier des Verbandes über Ein- und Ausgaben des Verbandes Rechenschaft ab. Die aktuelle Mitgliederzahl liegt derzeit bei ca. 200 Personen. Die Entlastung des Kassiers konnte aufgrund fehlenden Kassenprüfungsberichtes nicht vorgenommen werden und wurde auf die nächste Mitgliederversammlung verlegt. Es folgte die Abstimmung zur Satzungsänderung: Einladungen und Post können in Zukunft per E-Mail versendet werden. So wird Porto für Briefsendungen gespart. Eine Rückbestätigung für den Erhalt der E-Mail ist dabei erforderlich. Dies kann elektronisch beim Versenden der Mails gelöst werden. Ohne Rückbestätigung erfolgt dann eine erneute Einladung acht Tage vor der Veranstaltung per Post. Die Satzungsänderung wurde von der Mitgliederversammlung einstimmig ohne Enthaltungen angenommen.

Nach der Mittagspause konnten wir Frau Greenwood, Lehrgangsleitung des HFLKurses begrüßen. Frau Greenwood berichtete über die Anfänge derZusatzausbildung zum HFL. Der erste Lehrgang fand 1971 statt. Herr Prof. Dr. Speck war damals maßgeblich an den Inhalten der Zusatzausbildung beteiligt. Derzeit läuft der Lehrgang Nr. 44- 45. Frau Greenwood informierte die Versammlung über Inhalte und Schwerpunkte des Lehrgangs und betonte die wichtige Rolle der HFL, die einen wesentlichen Beitrag zur derzeitigen Qualität an Förderzentren beitragen und beigetragen haben.

Da der Vortag von Herr Stefan Sandor, Mitarbeiter der bayerischen Behindertenbeauftragten, krankheitsbedingt ausfallen musste, konnten wir Frau Brühl an seiner Stelle begrüßen. Frau Brühl ist Vorsitzende des Elternvereins FortSchritt Rosenheim und Geschäftsführerin der privaten Grundschule Oberaudorf. Deren pädagogisches Konzept beruht auf der konduktiven Förderung nach Petö und arbeitet inklusiv. 2010 wurde mit der Idee der Schulgründung der 2. Preis beim Businessplan-Wettbewerb Gipfelstürmer gewonnen. Die Grundschule Oberaudorf praktiziert sehr erfolgreich inklusive Bildung für alle durch individualisiertes Lernen, wie wir in ihrem Beitrag feststellen konnten. Hier werden Forderungen von Prof. Lotz bereits umgesetzt.

Zu guter letzt folgte die Diskussionsrunde mit Ministerialrätin Irene Schopf vom Kultusministerium. Die Besucher der Fachtagung hatten hier die Möglichkeit, Fragen und Einwände vor allem zur Zukunft des Berufes als auch zur Eingruppierungssituation, die seit vielen Jahren für viele nicht zufrieden stellend ist, zu äußern. Diese Möglichkeit wurde ausgiebig genutzt. Es erfolgte eine rege Diskussion, unter anderem über die notwendige Höhergruppierung und die Möglichkeiten der Modifizierung und Anhebung des Ausbildungsabschlusses in Richtung eines BA oder zumindest zur Vergabe von ECTS im Hinblick auf die Akademisierung von anderen pädagogischen Berufen.

Wir bedanken uns bei allen Besuchern für die engagiere und interessierte Teilnahme an der Fachtagung.

Mit vielen Grüßen
die Vorstandschaft

Jana Büttner Birgit Kringer Beate Höß-Zenker